Konzeption des offenen Ganztagsbetriebes der Bürgermeister - Ziethen - Schule

1. Struktur

1.1.  Lage

1.2.  Räume und Außengelände

1.3.   Struktur des OGB

1.4.  Mitarbeiter, Fortbildungen

1.5.   Öffnungszeiten

2.  Zielstellungen unserer pädagogischen Arbeit

2.1.  Freizeitgestaltung

2.2.  Förderung der Basiskompetenzen

2.3.  Schulaufgaben

2.4.   Die Bedeutung des Spiels in unserem OGB

3.  Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

3.1. Entwicklung und Förderung der Sprachkompetenz – Sprachförderkonzept

3.2. Entwicklung und Förderung der Selbstkompetenz, der Sozialkompetenz und der interkulturellen Kompetenz

3.2.1. Wahrnehmung der Aufsichtspflicht im OGB

3.3. Entwicklung und Förderung von Bewegung und gesundheitliche Erziehung

3.4. Entwicklung und Förderung der Wissens- und Lernkompetenz im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bereich sowie Entwicklung der Medienkompetenz

3.5. Entwicklung und Förderung von Kreativität und Fantasie im musisch ästhetischen Bereich

4.  Pädagogische Umsetzung

4.1.  Tagesablauf

4.2.  Innere Differenzierung und offene Angebote

4.3.  Projektarbeit

4.4.  Mitwirkung der Kinder

5.  Qualitätsstandards und Evaluation

6.  Elternarbeit und Kooperationen

7.  Schlussbemerkungen

 

Struktur

1.1. Lage

Unsere Schule befindet sich im Bezirk Lichtenberg im Ortsteil Friedrichsfelde zwischen 11-Geschossern und Altbauten. Wir haben eine gute Verkehrsanbindung durch U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Bus. Den Tierpark können wir zu Fuß erreichen. In unserem Umfeld befinden sich einige Sport- und Bewegungsspielplätze.

1.2. Räume und Außengelände

Sämtliche OGB-Gruppenräume sind in der Doppelnutzung mit den Klassenräumen.

 Sonstige Räume zur Nutzung:

  • Früh- und Späthortraum
  • Entspannungsraum
  • Kinder-Küche
  • Bibliothek
  • Schulstation
  • Computerraum
  • Turnhalle

 Außengelände – Schulhof:

  • begrünter Hinterhof mit Liegewiese, Hügel für winterliches Rutschen
  • Schaukel
  • Rutsche
  • Hangel
  • Balanciereinheit
  • Klettereinheit inklusive Sandkasten
  • Bühne
  • Bolzplatz

weitere Bewegungsmöglichkeiten in Schulnähe:

  • Fußballplatz (gegenüber der Schule)
  • Spielplatz (gegenüber der Schule)
  • Bewegungsspielplatz – Rosenfelder Ring
  • Zachertsportplatz mit Bewegungsstrecke
  • Nutzung der Spielplätze in Kooperation mit WBG „Solidarität“ ist möglich, aber von 13-15.00 Uhr ist Mittagsruhe

1.3. Struktur des OGB

Unseren OGB besuchen durchschnittlich 250 Kinder, die in insgesamt in 14 Gruppen von 15 Erzieherinnen betreut werden. Eine Kollegin macht bei uns berufsbegleitend ihre Ausbildung zur Erzieherin.

Im Hauptgebäude lernen die Klassen 1-3, im Haus B die Klassen 4-6.

Am Nachmittag sind alle Kinder im Hauptgebäude.

Die 4.-6. Klassen nutzen die am Nachmittag freien Räume.

 

1.4. Mitarbeiter, Fortbildungen

Im Nachmittagsbereich werden die Kinder von 14 Erzieherinnen mit staatlicher Anerkennung, zuzüglich einer koordinierenden Erzieherin betreut. Eine weitere Kollegin macht berufsbegleitend ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Regelmäßig sind Praktikanten in der Ausbildung zum Erzieher mit im Einsatz.

Alle Erzieherinnen besuchen regelmäßig Fortbildungen und multiplizieren diese Erfahrungen im Team. Jede Erzieherin absolviert alle 2 Jahre einen 1.Hilfekurs.

1.5. Öffnungszeiten

Der OGB ist von 6.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Wir haben keine Schließzeit im Sommer, um unsere Eltern nicht zu belasten. Lediglich der letzte Tag der Sommerferien ist geschlossen, er dient zur Vorbereitung des neuen Schuljahres. Einzelne Schließtage, wie nach Christi Himmelfahrt, an Brückentagen und in den Weihnachtsferien  werden Anfang des Schuljahres in einem Elternbrief bekanntgegeben. Die Betreuung in den Ferien findet in unserer Einrichtung statt. Dies garantiert für die Kinder eine gewohnte Umgebung, keine zusätzlichen Wege und somit eine optimale Erholung. Das aktuelle Ferienprogramm findet man auf unserer Homepage.

  • Frühhort :          6.00 –  7.30 Uhr    Modul 1
  • nachmittags :13.30 – 16.00 Uhr    Modul 2
  • Späthort:        13.30 – 18.00 Uhr    Modul 3

Die Kinder besuchen unsere Einrichtung entsprechend der gebuchten Module.

 

Zielstellungen unserer pädagogischen Arbeit

2.1. Freizeitgestaltung

Inhalte und Ziele orientieren sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Kinder und am Berliner Bildungsprogramm für die offene Ganztagsschule. Die Angebote werden in homogenen Gruppen, aber auch in altersgemischten Gruppen durchgeführt.

Schwerpunkte sind in der Grobplanung für die verschiedenen Altersstufen festgeschrieben. Besondere Höhepunkte sind die 3-4 mal im Jahr stattfindenden Feste.       

Diese werden gemeinsam von allen Kindern gefeiert. Die Vorbereitung und Durchführung obliegt allen Erzieherinnen in Zusammenarbeit mit Eltern, den Buddys der Schule, den Mitarbeitern der Schulstation, Kooperationspartnern  und anderen sozialen Einrichtungen im Kiez. Ein fester Bestandteil unserer Arbeit sind die Besuche verschiedener Einrichtungen, wie der Verkehrsschule, Schwimmhalle, Naturschutzstation, Gartenarbeitsschule usw. Ein Schwerpunkt ist der jährlich stattfindende Eislaufkurs für  25 Kinder der 2.-4. Klassen. Weiterhin werden Veranstaltungen (Kino, Museum, Labyrinth, Marzahner Garten u.v.m.) im Bezirk und darüber hinaus wahrgenommen. Besonders in den Ferien nutzen wir die Zeit, um größere Vorhaben umzusetzen. Der Zeitrahmen erlaubt uns hier, die Kinder auch mit der weiteren Umgebung bekannt zu machen und Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen. Zu bestimmten Themen werden auch immer wieder Projekttage angeboten. Neben dem Wissenszuwachs achten wir dabei auf den richtigen Gebrauch der deutschen Sprache, Verhaltensweisen und Umweltbewusstsein. Mit 22 Kindern der Klassenstufen 2 und 3 fahren wir eine Woche ins Ferienlager.

2.2. Förderung der Basiskompetenzen

  • Entwicklung eines sinnvollen Freizeitverhaltens
  • regelmäßige Teilnahme an den selbst gewählten Arbeitsgemeinschaften
  • Entwicklung von freiheitlich-demokratischen und sozialen Werten
  • Erwerb von kognitiven, physischen und sozialen Kompetenzen
  • Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme sowie zur aktiven Beteiligung an
  • Entscheidungen und Vorhaben
  • Entwicklung und Förderung der musischen sowie kreativen Intelligenz
  • Naturwissenschaftliche und technische und mathematische Bildung
  • Medienkompetenz
  • Umwelterziehung
  • Bewegungserziehung
  • das Lernen zu Lernen
  • Entwicklung von Durchhaltevermögen und Ehrgeiz
  • pfleglicher Umgang mit allen Materialien
  • Zeitmanagement
  • die Sinne entwickeln  (sehen, hören, fühlen, schmecken)
  • Umgangsformen, wie Bitte, Danke, Guten Tag, Auf Wiedersehen, Tür aufhalten usw.
  • werden vorgelebt und eingefordert
  • Um diese Kompetenzen gemeinsam mit den Lehrern der Kinder zu entwickeln, hospitieren wir Erzieher einige Stunden im Unterricht und begleiten zahlreiche Exkursionen und Wandertage.

2.3. Schulaufgaben

Die Möglichkeit zur Anfertigung der Schulaufgaben stellt ein pädagogisches Element des OGB dar. Ziel ist es, dass die Kinder ihre Schulaufgaben selbständig, termingerecht und in einer guten Qualität erledigen können. Die Erzieherinnen unterstützen und motivieren die Kinder dabei. Sie schaffen die räumlichen Bedingungen und stellen entsprechende Materialien und Hilfsmittel bereit. Sie sorgen für eine entsprechende Atmosphäre und gute Arbeitsbedingungen. Besonderes Augenmerk richten die Erzieherinnen auf die individuellen Leistungsfähigkeiten und –grenzen der Kinder. Hierbei findet eine Orientierung an der Empfehlung der Gesamtkonferenz über die Quantität der Schulaufgaben der einzelnen Klassenstufen statt:

            - 1. Klasse bis 20 Minuten                                        

            - 2. Klasse bis 30 Minuten

            - 3. und 4. Klasse bis 45 Minuten

            - 5. und 6. Klasse bis 60 Minuten

Im Falle einer Leistungsüberforderung entscheiden die Kinder und Erzieherinnen über einen gegebenenfalls notwendigen Abbruch der Schulaufgaben. Eine entsprechende Bemerkung darüber wird unter die Aufgaben geschrieben, damit die LehrerInnen bzw. die Eltern Bescheid wissen.

Leistungsgegenstand ist die Anfertigung der Schulaufgaben an sich. Die Prüfung auf Richtigkeit der angefertigten Aufgaben obliegt den Eltern und den LehrerInnen. Für mündliche Aufgaben, wie z.B. das Lernen von Gedichten und Liedern stehen die Räume des OGB zur Verfügung und können von den Kindern selbständig genutzt werden.

Freitags ist schulaufgabenfreie Zeit im OGB. Aufgaben, die an diesem Tag aufgegeben werden, müssen am Wochenende erledigt werden. An Tagen, an denen der Unterricht wegen zu großer Hitze verkürzt wird, werden auch im OGB keine Hausaufgaben angefertigt. Dieses wurde von unserer Schulkonferenz beschlossen. Kinder, die während der Schulaufgabenzeit an einer Arbeitsgemeinschaft teilnehmen, müssen ihre Aufgaben selbstständig erledigen.

2.4. Die Bedeutung des Spiels in unserem OGB

Für Kinder im Grundschulalter ist das Spielen Arbeit. Im Spiel entdecken sie die Welt, erkennen Zusammenhänge, entwickeln soziale Beziehungen und lernen durch Versuch und Irrtum. Nur im Spiel können sie sich das Thema selbst aussuchen und müssen keine Bewertung „fürchten“. Das Spiel ist nicht ergebnisorientiert, sondern macht einfach nur Spaß. Leider  haben viele Kinder einen vollen Terminplan und kaum noch Zeit zum Spielen. Oder niemand hat ihnen bisher gezeigt, wie spielen geht und sie können sich nur kurz oder gar nicht selbst beschäftigen. Deshalb nimmt bei uns das Spiel einen besonderen Platz ein. Wir geben den Kindern Zeit und Anregungen und spielen auch selbst mit. Wir haben an unserer Schule eine Spielothek.

Spielothek

Die Initiative „Spielen macht Schule“ fördert das klassische Spielen an Schulen, denn: Spielen macht schlau! Wir haben an der Ausschreibung teilgenommen und Spiele für die Einrichtung eines Spielzimmers gewonnen!

„Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel“, so Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, ZNL Ulm.

Hintergrund des Projektes sind die Erkenntnisse der modernen Hirn­forschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und visuellen Reizen, wie sie das klassisches Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, wie sie durch das Fernsehen stattfindet. Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Internet, PC Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative „Spielen macht Schule“ entgegen­wirken.

In einer schulinternen Fortbildung haben wir uns mit dem Spielen befasst und heraus gearbeitet, warum Kinder „nur“ spielen müssen.

Daraufhin haben wir eine Spielothek eingerichtet, die sehr gut funktioniert. Auf Grund der hohen Anzahl von Kindern nicht deutscher Herkunftssprache liegt ein besonderes Augenmerk auf der Sprachförderung.

Um den Kindern während der Pausen vom Schulalltag und in den SPA Stunden (Sozialpädagogisches Angebot) sinnvolle Betätigungen anbieten zu können, die gleichzeitig Spaß machen, haben wir auch Spiele aus den Bereichen Logik und Strategie, Konzentration und Geschicklichkeit, Rollenspiel und Sozialkompetenz.

Die Spiele werden vorrangig am Nachmittag genutzt, stehen aber auch für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung, wenn sie thematisch passen.

Viele unserer Schüler kommen aus Familien mit Transferleistungen, in denen zu Hause gar nicht oder nur wenig miteinander gespielt wird. Oft bringen uns Kinder noch originalverpackte Spiele mit, die sie geschenkt bekommen haben, aber keiner mit ihnen spielt.

Lehrer können sich für den Einsatz im Unterricht oder in Projekten Spiele ausleihen, am Nachmittag können sich einzelne Kinder Spiele holen und in Ausnahmefällen darf ein Spiel auch mal mit nach Hause genommen werden.

Weiterhin wollen wir unsere Lesepaten und Bundesfreiwilligendienstler auch als Spielepaten gewinnen. Sie könnten im Haus gemeinsam mit den Schülern spielen.

Um das Spielzimmer dauerhaft zu unterhalten, wird sich unser gerade gegründeter Förderverein sicherlich engagieren.

Um auch unsere Eltern an dem Projekt zu beteiligen, wollen wir ein Elterncafe mit Spielen etablieren. Oft benötigen auch Eltern Anleitung zum Spielen. Diesen Anstoß wollen wir geben und den Eltern zeigen, wieviel Spaß es macht gemeinsam mit den Kindern zu spielen, statt vor dem Fernseher zu sitzen.

Einen besonderen Stellenwert hat das Schachspiel. Es übt eine enorme Anziehungskraft auf die Kinder aus. Sie sind fasziniert von der Form und der Bewegungsmöglichkeit der Figuren. In diesem Spiel bestimmt das eigene Können den Spielverlauf. Es gibt klare Regeln. Die Faktoren "Glück" und "Pech" wie beim "Mensch ärgere dich nicht" haben hier keine Bedeutung mehr. Deshalb wir dieses Spiel im Rahmen einer AG angeboten

Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

3.1. Entwicklung und Förderung der Sprachkompetenz - Sprachförderkonzept

In unserer Schule hat die Sprachkompetenz einen hohen Stellenwert. Der OGB leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieser Kompetenz der Kinder.

Sprachkompetenz führt zur Chancengleichheit, denn  Sprache ist der wichtigste Schlüssel zum Verständnis der Umwelt eines Kindes. Sprache und Kommunikation sind eine wesentliche Voraussetzung für das Gemeinschaftsleben.

Sprache produzieren heißt: Bedürfnisse und Gefühle zum Ausdruck bringen zu können. Sprache verstehen heißt: Situationen verstehen und adäquat reagieren zu können.

Das Erlernen und Anwenden von Sprache zählt somit zu den wichtigsten Voraussetzungen, um sich selbst verständlich zu machen und die Mit- und Umwelt zu verstehen.

Sprache stellt somit einen wesentlichen Bestandteil der individuellen Persönlichkeitsbildung dar. Nur wer in der Lage ist, zu verstehen und sich verständlich zu machen, kann auch verstanden werden. Dies gilt für die gesprochene, geschriebene und auch die Körper-sprache.

Die sprachliche Kompetenz zu erhöhen ist wichtig zur Befähigung der Konfliktverarbeitung.

Wir Erzieherinnen unterstützen die 4 Kompetenzbereiche der Sprachentwicklung:

  1. Sprechen und Zuhören
  2. Lesen und Schreiben
  3. Nachahmung
  4. grammatikalisch richtiger Sprachgebrauch

Wir entwickeln eine Gesprächskultur

  • über persönliche Interessengebiete
  • Geschichten nach- und weitererzählen
  • Gesprächsregeln kennen und anwenden
  • unbekannte Wortbedeutungen erschließen
  • Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache erkennen

Die Kinder erlernen die Sprachen vor allem durch Erleben, Sprechen, Zuhören, Nachahmung und kognitive Schulung. Am Anfang geht es vorrangig um ein Beobachten der Sprechweise und der Verwendung von Begrifflichkeiten des Sprechens. Die Kinder werden ermutigt und befähigt, Situationen exakt darzustellen. Es werden Spiele mit sprachfördernder Tendenz angeboten. Ziel ist dabei die Ausdrucksfähigkeit zu verfeinern und den Begriffswortschatz zu erweitern.

Für eine erfolgreiche Integration ist unter anderem die Förderung der Ausdrucksfähigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund in der deutschen Sprache entscheidend. Die Förderung in den Gruppen geschieht nicht in Form von „Sprachkursen“, sondern durch eine starke Betonung von sprachanregenden Angeboten und Situationen. Wir schicken Kinder mit einem Sprachauftrag zu anderen Erwachsenen und anderen Kindern der Schule. Gute Sprecherfolge werden gelobt, besonders vor anderen Kindern.

Kreative Erfahrungen rund um Erzähl- und Schriftkultur sind für sprachlich und sozial benachteiligte Kinder besonders wichtig. Dabei soll den Kindern die Chance eröffnet werden, u.a. den Übergang von mündlicher Sprache zur Schriftsprache zu erfahren. So sollen die Kinder Grundaussagen eines Textes erkennen und auf andere Lebensbereiche anwenden lernen. Diese Erfahrungen sammeln unsere Kinder an den regelmäßig stattfindenden Vorlesetagen.

Sprachanregende Aktivitäten sind z.B. auch das Malen von kleinen Comics mit Sprechblasen oder das Erstellen eines Storyboards für einen Trickfilm. Bei all diesen Aktivitäten geht es um die spielerische Förderung von Sprachverständnis, Sprechfreude und Ausdrucksfähigkeit. Sprachliche Korrekturen und Verbesserungen werden stets mit Blick auf das gemeinsame Ziel erfolgen und auch als individuell Kind bezogene Korrektur von Seiten der Erzieherinnen.

Sprachkompetenz vermitteln wir durch:

  • das sprachliche Vorbild der Erzieherin, die langsam und ruhig spricht
  • durch deutliche Aussprache und durch grammatikalisch richtiges Sprechen
  • nicht zu viel sprechen
  • präzise und kurze Fragen stellen
  • eindeutige Aufforderungen geben
  • viele Tätigkeiten mit Worten begleiten
  • Interesse zeigen, wenn Kinder etwas erzählen wollen, Sprechfreude nicht unterdrücken
  • das Kind beim Sprechen anschauen – Blickkontakt ist wie eine Brücke
  • mit Mimik und Gestik eigene Worte unterstreichen
  • Entwicklung von Empathie - Gefühle von anderen verstehen und vergleichen
  • eine sprachstimulierende Umgebung schaffen
  • fehlerhafte Äußerungen der Kinder wiederholen wir beiläufig richtig
  • wir nutzen das correktive Feedback – nicht das Kind wird korrigiert,
  • sondern die Antwort oder Rückmeldung erfolgt in korrigierter Form
  • die Förderung von nonverbaler Kommunikation
  • für Kinder mit wenigen Deutschkenntnissen werden Piktogramme benutzt
  • die Erweiterung des Wortschatzes geschieht in spielerischer Form
  • die Pflege und Ausbau der Sprachkenntnisse
  • das Vertraut machen mit anderen Sprachen
  • Sprachförderung geschieht durch motivieren statt befehlen
  • selbst Erfahrungen machen lassen, statt perfekt vorzumachen
  • spielen statt trainieren
  • miteinander sprechen statt belehren
  • ermutigen statt kritisieren
  • den engen Kontakt mit einer erwachsenen Person.

Arbeitsformen:

Schulaufgabenbetreuung, Gruppenarbeit, Einzelarbeit, spielerisches Sprachtraining,

Sprach-, Lern- und Konzentrationsspiele, Gruppengespräche, aktives Zuhören, Spielregeln, Lesen und Vorlesen, Reimen, Rätseln, Arbeitsgemeinschaften, Singen, Theater spielen, Stehgreif und Rollenspiele, Fest der Sprache, Einsatz des Sprachwürmchens

3.2. Entwicklung und Förderung der Selbstkompetenz, der Sozialkompetenz und der interkulturellen Kompetenz

Die Basis des pädagogischen Wirkens ist das in der Familie erworbene Sozialverhalten der Kinder. Die Voraussetzungen der Kinder sind sehr unterschiedlich.

Die Entwicklung der Selbstkompetenz umfasst die Förderung von Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Ehrgeiz, Neugier und Weltoffenheit, Fantasie und Kreativität. Unser pädagogisches Wirken ist an der Individualität und Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes ausgerichtet. Die Erzieherinnen berücksichtigen dabei besonders die Biografie der Kinder mit ihren positiven und negativen Vorerfahrungen. Unsere Bildungsangebote sind so ausgerichtet, dass sie den Kindern helfen, ihre Persönlichkeit selbstbestimmt zu entwickeln, Schwächen zu reduzieren und Stärken auszubauen

Selbstkompetenz vermitteln wir durch:

  • Wir helfen den Kindern, Chancen und Grenzen zu akzeptieren.
  • Wir unterstützen sie, den Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen zu erlernen.
  • Kinder haben bei uns das Recht, Empfindungen auszudrücken und aktive Hilfestellung bei der Bewältigung der Emotionen, wie Erfolg und Frustration, Glück und Freude sowie Angst und Mut zu erhalten.
  • Kinder müssen Begründungen für ihre Entscheidungen finden und vertreten lernen.
  • Wir helfen den Kindern, ihre Meinung zu artikulieren und zu behaupten.
  • Wir helfen den Kindern, Unrecht einzusehen und zu lernen, sich zu entschuldigen und Entschuldigungen anzunehmen.
  • Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen über Zeit, Raum, Material und sich selbst.
  • Wir Erzieherinnen sind Ansprechpartner, Ratgeber, hören einfach nur zu, zeigen Verständnis und geben den Kindern Orientierung.
  • Wir fördern die Selbstständigkeit in den Bereichen, welche die Kinder eigenständig bewältigen sollen.
  • Wir helfen den Kindern zu lernen, Gefahren einzuschätzen.
  • Kinder lernen, sich mit schulischen Leistungsanforderungen auseinanderzusetzen.
  • Wir bestärken die Kinder, ihre Fähigkeiten zu nutzen und zielgerecht einzusetzen.
  • Wir geben den Kindern den Raum für eigene Handlungen und Entscheidungen und respektieren dabei auch, wenn sich Kinder auf Um- und Irrwegen befinden.
  • Wir kommen unserer Aufsichtspflicht nach, in dem jedes Kind immer weiß, wo eine Erzieherin ist, aber kein Kind fühlt sich permanent beobachtet!
  • Aufsicht orientiert sich bei uns immer am Entwicklungsstand und Verhalten des jeweiligen Kindes, an den örtlichen Gegebenheiten und an der sozialen Zusammensetzung der Gruppe.
  • Die Entscheidung, was ein Kind darf oder nicht darf, liegt immer bei uns.

Voraussetzung für die Vermittlung sozialer Kompetenzen ist eine intensive Gruppen- und Beziehungsarbeit. Die Erzieherinnen bringen den Kindern Verständnis entgegen, stellen aber gleichzeitig eine kritische Instanz dar. Selbstkompetenz wird erworben über die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen und Erwachsenen.

Für Schulkinder werden die Beziehungen zu den Gleichaltrigen immer wichtiger. Dabei machen sie die Erfahrung, dass die bisher als selbstverständlich übernommenen „Familienregeln“ des sozialen Miteinanders im Zusammensein mit Gleichaltrigen beim Spiel, bei gemeinsamen Unternehmungen, in der Projektarbeit und beim Lernen zu zweit oder in Gruppen nicht immer anwendbar sind.

Viele Kinder entwickeln gerade in Auseinandersetzungen die Einsicht, dass sie nicht allein im Zentrum stehen, dass sie auf die Anderen angewiesen sind und dass aggressive Verhaltensweisen kontrolliert werden müssen. Sie erfahren, wie wichtig es ist, Beziehungen mit anderen zu haben, auf die man sich verlassen kann, und was man dafür tun muss.

Grundlagen für die gemeinsam in den einzelnen Gruppen aufgestellten Normen und Regeln sind die Schul- bzw. Hausordnung. Diese Normen und Regeln benennen das Wesentliche. Innerhalb dieses Rahmens werden sie befähigt, Kritik und Selbstkritik zu üben oder gegebenenfalls die Streitschlichter oder eine Erzieherin um Hilfe zu bitten.

Sozialkompetenz  vermitteln wir durch:

  • Wir helfen jedem Kind, sich in der Gruppengemeinschaft zurechtzufinden.
  • Regeln werden von der Gruppe gemeinsam aufgestellt und von allen akzeptiert.
  • Kinder müssen miteinander aushandeln, welchen Vorschlägen, Ideen sie folgen wollen.
  • das Erlernen demokratischer Partizipation
  • die Verteilung von Rollen und Handlungschancen und das Finden eines Ausgleich, wenn sich jemand benachteiligt fühlt
  • Jedes Kind darf eigene Bedürfnisse äußern.
  • Kinder lernen, Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen.
  • Wir zeigen Grenzen auf, die den Kindern helfen, eigene Auffassungen und Verhaltensweisen, z.B. im Umgang mit Freizeit, dem anderen Geschlecht, Erwachsenen, Suchtmitteln, Medien und Aggressionen zu entwickeln.
  • Die Kinder erlernen eine Streitkultur.
  • Jedes Kind lernt verschiedene Formen von Konfliktlösungsstrategien und erprobt sie.
  • Jedes Kind hält sich an die Stopp-Regel (Konzept soziales Lernen).
  • Erzieherinnen sind verlässliche Partner, die eine lebendige und alltagspraktische Pädagogik praktizieren, die die Entwicklung der Kinder ganzheitlich unterstützt

interkulturelle Kompetenz vermitteln wir durch:

  • Jedes Kind lernt andere Kinder und auch andere Lebensformen und Religionen kennen, achten und respektieren.
  • Begegnung und Austausch der unterschiedlichen Kulturen werden gefördert, indem wirKultur und Tradition erleben.
  • Wir begegnen Menschen anderer Altersgruppen. (Kontakte zum Seniorenheim, zur Kita)
  • Wir helfen Kindern zu der Erkenntnis, dass die eigene Sichtweise als eine Perspektive unter vielen gesehen wird, andere Sichtweisen werden als Bereicherung verstanden.
  • Kinder lernen bei uns, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen nicht ausgegrenzt werden.
  • Kinder mit Defiziten lernen, dass auch für sie gemeinsame Regeln gelten.

 

3.2.1.  Wahrnehmung der Aufsichtspflicht im OGB

Unsere Aufsichtspflicht beginnt mit der Anmeldung des Kindes bei seiner Erzieherin entweder im Frühhort oder nach dem Unterricht in der OGB-Gruppe. Sie endet, wenn das Kind zur vereinbarten Zeit nach Hause geht oder abgeholt wird. Wenn die abholende Person das Kind begrüßt und in Empfang genommen hat, obliegt die Aufsichtspflicht dieser Person auch wenn sich das Kind noch im Schulhaus oder Schulgelände aufhält. Besonderen Wert legen wir auf die persönliche Verabschiedung wenn Kinder abgeholt werden. Es ist nicht zulässig, dass Eltern Ihre Kinder z.B. vom Schulhof einfach mitnehmen.

Eine lückenlose Beaufsichtigung der Kinder kann nicht gewährleistet werden. Kinder im Grundschulalter benötigen einen gewissen Freiraum. Jedes Kind soll aber zu jedem Zeitpunkt wissen, wo eine Erzieherin zu finden ist, die ihm helfen kann.

3.3.  Entwicklung und Förderung von Bewegung und gesundheitliche Erziehung

Vor wenigen Generationen waren Spiele von den Jahreszeiten beeinflusst, da sie meist im Freien stattfanden. Die kinderfreundliche Umgebung ist viel knapper geworden, so dass viele Bewegungsangebote in Räume verlegt werden müssen. Die Bedürfnisse der Kinder haben sich aber nicht geändert, deshalb macht ihnen auch heute noch Spaß, was Generationen vor ihnen gespielt haben.

In unserer Schule werden sowohl der natürliche Bewegungsdrang der Kinder als auch das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung berücksichtigt. Der Wechsel von An- und Entspannung wird bereits bei der Stundenplanung beachtet. Der Aufenthalt im Freien und im Raum begleitet die Kinder über den Tag im ständigen Wechsel.

Ziele unserer Bewegungserziehung sind

  • die Entwicklung der Körpereigen- und Körperfremdwahrnehmung, taktile Wahrnehmung
  • Materialerfahrung, Zeitwahrnehmung und Raumorientierung
  • die Schulung des Ausdrucksvermögens durch Mimik, Gestik, Körperhaltung
  • Entwicklung und Schulung der Konzentration und Reaktionsschnelligkeit
  • Entwicklung von Geschicklichkeit , Koordinationsfähigkeit und Gleichgewicht
  • die Förderung von motorischen Fertigkeiten (Grob- und Feinmotorik)
  • Erlernen des Umgangs mit Frustration, wenn etwas nicht gelingt (Resilienzentwicklung)
  • Entwicklung von Mut unter Beachtung von Grenzen
  • Entwicklung von Ausdauer, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz
  • die Entwicklung von Kreativität, Phantasie und Rhythmusgefühl
  • die Beherrschung der Rechts - Linksdifferenzierung
  • das Erlernen von bewusster Entspannung
  • Entwicklung der Vorstellungskraft

Bewegungsentwicklung vermitteln wir durch:

  • Lauf- und Fangspiele im Freien – die Kinder erlernen Spiele, die sie dann selbstständig spielen können (z.B. Herr Fischer, wie tief ist das Wasser, 2-Felder-Ball, Komm mit- Lauf weg)
  • täglich mindestens 30 Minuten Aufenthalt an frischer Luft
  • jedes Fest beinhaltet mindestens ein Bewegungsangebot
  • Eislaufkurs für 25 Kinder
  • Fußballturniere
  • Tanz- und Bewegungsspiele (z.B. Carlotta, Sportlied, …)
  • erlernen des Tischtennis- und Badmintonspiels
  • Akrobatik und Tanz-AG
  • Angebote von Inlineskating (Ferienfahrt)
  • Herausforderungen stellen – z.B. Balancieren auf der Slackline, Besuch im Kletterpark, Bowling und Minigolf, Schwimmen im Freien und in der Schwimmhalle
  • Fest der Sinne
  • alte Spiele – neu entdeckt
  • Bereitstellung von bewegungsfördendem Spielzeug (Stelzen, Seile, Reifen)

Basierend auf der "Jakarta Erklärung zur Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert" vom 25.07.1997 der Weltgesundheitsorganisation, die Gesundheit als ein grundlegendes Menschenrecht versteht, wird Gesundheitsförderung als lebenslanger Prozess und unverzichtbares Element einer nachhaltigen Schulentwicklung verstanden.

Ziel einer guten und gesunden Schule ist es, die Gesundheitsressourcen und -potenziale aller Akteure in der Schule zu erhalten und zu stärken.

Ziele unserer Gesundheitserziehung sind:

  • ein Körperbewusstsein im Hinblick auf Hygiene, Hunger, Durst, Kälte, Wärme und Bewegung zu entwickeln
  • Sexualerziehung, respektvoller Umgang zwischen Jungen und Mädchen
  • die Kinder sollen „Hände waschen“ als Gesundheitsvorsorge begreifen
  • Sport und Bewegung als Gesundheitsvorsorge erkennen
  • den Umgang mit Stressoren erlernen (erkennen und beseitigen)
  • Entspannungsübungen erlernen und anwenden
  • kulinarische Vielfalt kennenlernen
  • erlernen des Umgangs mit Lebensmitteln, was ist gesund- was nicht?
  • in Zusammenarbeit mit unserem Caterer „sunshine“ wollen wir den Kindern vegetarische Gerichte anbieten und für deren Akzeptenz als vollwertige Mahlzeit sorgen
  • Kinder sollen das richtige Verhalten bei Unfällen und Krankheiten erlernen
  • Suchtprävention in Hinsicht auf Medikamentenmissbrauch, Alkohol-und Zigarettenkonsum, Essverhalten, Medienkonsum

Gesundheitliche Erziehung geschieht bei uns durch:

  • Wir achten auf witterungsgerechte Kleidung der Kinder und geben entsprechende Tipps.
  • Wir achten auf regelmäßiges und situationsbedingtes Händewaschen.
  • Gemeinsam mit den Kindern halten wir unsere Räume sauber.
  • Wir sorgen für Phasen der Anspannung und Entspannung.
  • Wir vermitteln den Kindern Formen der Entspannung (Vorlesen, Musik hören …)
  • Wir nutzen unsere Kinderküche, zum gemeinsamen Zubereiten von Speisen, dabei lernen die Kinder die Ernährungspyramide kennen.
  • Wir führen regelmäßig einen Quarktag durch.
  • Wir bereiten regelmäßig mit den Kindern Obst- und Gemüsesalate oder -spieße zu.
  • Wir besuchen die Ferienkochkurse unseres Caterers „sunshine“.
  • Kinder können in unserer Essenkommission mitarbeiten.
  • Wir betrachten das Essen nicht nur als Nahrungsaufnahme, sondern nutzen auch die soziale Funktion des gemeinsamen Essens.
  • Wir begegnen sexistischen Provokationen konsequent. Wir nennen die Dinge beim Namen, bei Problemen holen wir die Eltern mit ins Boot!
  • Wir achten auf eine gesunde Distanz zwischen Jungen, Mädchen und zu Erwachsenen.
  • Suchtprophylaxe betreiben wir nach dem Situationsansatz.
  • Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Puschkinschule 1. Hilfekurse für Kinder an.

3.4.   Entwicklung und Förderung der Wissens- und Lernkompetenz im mathematischen, naturwissenschaftlichen     

         und technischen Bereich, sowie Entwicklung der Medienkompetenz

Lernen muss man lernen und Wissen kommt nicht von allein. Wir als OGB  sehen unsere Aufgabe darin, die Neugierde der Kinder zu erhalten und mit vielseitigen Angeboten zu begleiten, sowie Freiräume zum Lernen zu schaffen. Wissensaneignung und Wissensanwendung soll gefördert, erweitert, vertieft und gefordert werden.

Wer lernt, erworbenes Wissen anzuwenden und offen ist, Neues in sich aufzunehmen, erwirbt eine Lebenskompetenz, welche befähigt, selbstbewusst und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Was Kinder selbst wollen, das wollen sie auch können. Sie entwickeln dann – anders als bei schulischem Lernen – erstaunliche Hartnäckigkeit und geben nicht auf.

Besondere Bedeutung schenken wir im OGB auch dem Spiel. Gerade im Spiel lernen die Kinder Vergangenes zu verarbeiten, zu rekonstruieren, sich zu entspannen sowie neue Impulse zu entwickeln. Dinge, die Kinder aus Eigenmotivation und ohne große Vorgaben der Erwachsenen lernen, verinnerlichen sich intensiver. Wir wollen den Kindern Freude am Lernen vermitteln. Sie sollen in ihrer Motivation und ihrem Durchhaltevermögen gestärkt werden und lernen Eigenverantwortung zu übernehmen.

Unsere Ziele sind:

  • das Wecken von Eigenschaften wie –Findigkeit, Forscherdrang und Entdeckerfreude, geistige Beweglichkeit, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen.
  • Basiswissen über alle wichtigen Lebensbereiche zu erwerben
  • Verstehen von Ursache und Wirkung
  • logisches Denken fördern und Zahlenverständnis entwickeln
  • Erlernen des Umganges mit Geld
  • den Kindern in altersgerechter Weise, den Umgang mit Wissenschaft und Technik vertraut machen
  • Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu entwickeln
  • Wissen über Informationsquellen erwerben und diese für sich erschließen
  • der Entfremdung von der Natur entgegenwirken, viele Kinder kennen Natur nur aus dem Urlaub und eventuell von Wandertagen
  • die Einsicht zur Schonung und Pflege der natürlichen Ressourcen entwickeln

Dieses vermitteln wir durch:

  • Aufklärung über den sorgsamen Umgang mit Wasser und Energie (Wasserfest, Feuerfest)
  • Sensibilisierung zur Müllvermeidung und Mülltrennung
  • regelmäßige Schlaumeiertage
  • Knobel- und Schätzaufgaben werden in den Alltag eingebunden
  • Rätselrunden und Ratespiele
  • Experimente, Zaubern, Schach, Trödelmärkte
  • Besuche des Technikmuseums und der Kinderuni
  • Exkursionen, Wanderungen und Projekte in der Natur, Tierparkbesuche
  • spielerisches Erlernen der Malfolgen und anderer Rechenoperationen und deren Anwendung ( zum Beispiel beim Kochen)

Medienkompetenz ist die Fähigkeit Medien kritisch, selbstbestimmt und kreativ zu nutzen, um sich zu informieren, zu unterhalten und zu bilden, um sich Wirklichkeit anzueignen, eigene Wünsche und Ideen auszudrücken und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Vermittlung von Medienkompetenz durch eine qualifizierte Medienerziehung ist eines der Bildungsziele im OGB.

In der medienpädagogischen Arbeit geht es nicht nur darum die Medienerfahrungen, die Kinder außerhalb der Schule machen, verbal aufzuarbeiten. Zu einer umfassenden Medienerziehung gehört es auch, Medien aller Art in der pädagogischen Arbeit gezielt zu nutzen. Wir geben den Kindern die Gelegenheit, sowohl mit vorhandenen Medien umzugehen als auch in aktiver Arbeit Medienprodukte selbst zu erstellen. (Comic, Homepage)

Kenntnisse über die neuen Medien sind heute für jeden unabdingbare Voraussetzungen, um sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden. Doch nicht alle Kinder haben Zugang zum Computer und zum Internet. Wir bieten den Kindern unter fachkundiger Anleitung an, die Grundlagen mit dem Computer zu erlernen und bei weiterem Interesse den Computerführerschein zu erlangen. Sie lernen, dass der Computer nicht nur zum Spielen gut ist, sondern dass man viele sinnvolle Dinge mit ihm tun kann.

Auf gute Zusammenarbeit mit den Eltern wird hierbei besonders Wert gelegt. In der 3. Klasse findet z.B. ein offener Elternabend zum Thema: „Medienverhalten von Grundschulkindern“ statt.

Im Grundschulalter steigt die Nutzung insbesondere von elektronischen Medien deutlich an. Viele Schulkinder haben unkontrollierten Zugang zu zahlreichen Fernsehkanälen, Videospielen und zum Internet. Damit stellen sich an außerschulische Bildungseinrichtungen neue Herausforderungen.  Wir wollen Kinder vor dem Hintergrund ihrer individuellen Lebensverhältnisse darin unterstützen, Medien und ihre Wirkungen kritisch zu beurteilen, zielgerichtet und angemessen zu nutzen und auch selbst herzustellen (z.B. Produktion eines Videofilms).

Die Kinder werden bei uns befähigt:

  • den Umgang mit neuen Medien zu üben
  • Medienangebote überlegt auszuwählen und kritisch zu bewerten
  • Rechercheangebote und Rechercheergebnisse zu hinterfragen
  • sinnvoll mit den Medien umzugehen
  • Werbung, Fernsehen kritisch zu hinterfragen

3.5.  Entwicklung und Förderung von Kreativität und Fantasie im musisch-ästhetischen Bereich

Das Wort Ästhetik kommt aus dem Griechischen und bedeutet „viel-sinnliche Wahrnehmung“. Kinder entdecken die Welt mit allen Sinnen. Die sinnliche Wahrnehmung ist für sie das erste Fenster zur Welt. Sie ahmen diese nach, formen sie mit Fantasie um und gestalten sie neu. Ästhetische Erfahrungen bilden die Grundlage für kindliches Denken. Indem Kinder die Welt sinnlich wahrnehmen und ihren Wahrnehmungen Ausdruck verleihen, verbinden sie ihre innere und ihre äußere Welt. Kinder machen ihre Gedanken, Gefühle und Interpretationen in der Auseinandersetzung mit der Welt sichtbar. Sie geben ihnen Formen oder drücken sie in Farben oder Klängen aus.

Die Fähigkeit Ungewöhnliches zu entdecken und zu durchdenken, normierte Denkmuster zu verlassen, spontane Einfälle zu verwirklichen und festgefahrene Handlungsweisen zu durchbrechen, ist Ausdruck von Kreativität und Fantasie sein. Es gilt, die Kinder in ihren kreativen Potenzialen zu fördern. Den Mut etwas Neues zu wagen, sich selbst schöpferisch auszudrücken, dazu sollen die Kinder sensibilisiert und angehalten werden.

Bildende Kunst

Malen, Basteln und Gestalten sind Ausdruck, Verarbeitung und Entspannung von Alltagserfahrungen der Kinder. Mädchen und Jungen malen nicht was sie sehen, sondern was sie über Dinge wissen. Dadurch verarbeiten sie Eindrücke und festigen ihr Wissen über Dinge aus der Umwelt. Sie nutzen das Malen, um Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten. Der Umgang mit Gefühlen, sei es Frustrationen aushalten zu können, wenn etwas nicht gleich gelingt oder Freude und Stolz bei gelungener Arbeit wahrzunehmen sind wichtige Lerneffekte. Das freie Gestalten fördert die Kreativität und Phantasie.Wir agieren hier als Begleiter und unterstützen die Kinder, eigene Lösungen bei gestalterischen Fragen zu finden und umzusetzen. Das Ergebnis ist dabei nicht das Entscheidende, sondern der Prozess.

Darstellendes Spiel

Sich in andere Rollen hinein zu versetzen, ist ein wichtiger Entwicklungsschritt bei der Entdeckung der eigenen Identität. In Rollenspielen können Kinder ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken. Sie werden Prinzessin oder Pirat, Schornsteinfegerin oder Sänger. Sie stehen auf einer großen Bühne vor vielen Kindern oder spielen zu zweit in einer Ecke des Gartens. In Puppenspielen, Rollenspielen oder Schattenspielen übernehmen Mädchen und Jungen andere Rollen und erweitern damit ihr Ausdrucks- und Handlungsrepertoire.

Musik

Durch die Musik werden die Sinne auf unterschiedliche Weise angesprochen. Die Musik lässt innere Bilder im Kopf entstehen und bietet vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Über Musik können Stimmungen abgebaut und intensiviert werden. Musik ist ein Bestandteil der kindlichen Erfahrungswelt. Die Freude am gemeinsamen Erleben von Musik unterstützt die Entwicklung der sozialen Kompetenz, sie lernen sich auf andere einzustellen, abzuwarten auch mal selbst im Mittelpunkt zu stehen. Singen, Sprech- und Reimspiele, Bewegung und Tanz fördern die Kreativität, Sprache, das Zuhören, Gedächtnis und Körperbewusstsein. Deshalb gehören sie zu den täglichen Begleitern in unserem Alltag.

Musisch ästhetische Bildung vermitteln wir durch:

  • singen, malen, basteln, experimentieren
  • wechselnde Bastelangebote mit verschiedenen Materialien (Kork, Leder, Perlen, Stoff …)
  • Gestaltungsmöglichkeiten mit Papier, Pinsel, Farbe, Schere, Leim …
  • Schulhausgestaltung mit Fensterbildern, Collagen, Fotos …
  • kreative Projekte zu besonderen Festen
  • Fest der Sinne
  • Kerzenwerkstatt
  • Töpferwerkstatt
  • Traumreisen
  • Fantasiegeschichten (z.B. durch Geschichtenwürfel)
  • Besuch von Theater und Kino
  • Tanzangebote
  • Theater spielen
  • Rollenspiele
  • Malen nach Musik
  • Singspiele
  • Chor AG
  • Akrobatik AG
  • Tanz AG

Pädagogische Umsetzung

4.1.      Tagesablauf

  • 06.00 - 07.40 Uhr ruhiger Tagesbeginn für die Kinder mit dem entsprechenden Modul, mit individuellem Frühstück, lesen, malen, spielen
  • 07.30 - 07.40 Uhr für Schüler mit dem Modul 2 Betreuung auf dem Schulhof (Aufsicht)
  • 07.50 - 13.40 Uhr Unterricht mit SPA (sozialpädagogisches Angebot) und Mittagspause
  • 13.40 Uhr Begrüßung der Kinder und kurze Absprache über den Tagesablauf
  • 13.50 Uhr Aufenthalt im Freien, Bewegung/Sport, Tobezeit, Individuelle Betreuung/Kleingruppen
  • 14.30 Uhr Hausaufgabenzeit (außer freitags)
  • anschließend Freispiel, Angebote, Projektarbeit
  • 16.00 Uhr Verabschiedung nach Hause oder in den Späthort
  • bis 18.00 Uhr Tagesausklang mit lesen, malen, gemeinsamen Spielen

4.2.    Innere Differenzierung und offene Angebote

Bei uns wird im OGB das Gruppenprinzip angewendet. Dies bedeutet, dass Kinder sich einer festen Gruppe zugehörig fühlen. Gleichzeitig wird vermehrt Wert auf offenes Arbeiten in einem begrenzten Rahmen gelegt. Entweder können die Kinder an den speziellen Angeboten der anderen Gruppen der Etage teilnehmen oder es werden gemeinsame Angebote von zwei oder mehreren Gruppen für alle Kinder durchgeführt.

In den Ferien und zu den Hortfesten arbeiten wir in der großen Altersmischung.

In einer Gruppe können mehrere Angebote in Kleingruppenarbeit gleichzeitig stattfinden. Somit kann individuelle Unterstützung für einzelne Kinder zu bestimmten Themen realisiert werden. Während eine Kleingruppe im freien Spiel einer Beschäftigung nachgeht, können zwei weitere Kleingruppen gleichzeitig unterschiedliche Aufgabenstellungen im angeleiteten Spiel bearbeiten. Damit wird die Angebotsvielfalt im OGB gewahrt und eine individuelle und ganzheitliche Förderung der Kinder ermöglicht.

 

4.3.    Projektarbeit

 

Durch die Planung, Vorbereitung und Umsetzung unterschiedlicher Projekte wird die Lern- und Wissenskompetenz der Kinder gesteigert. Dies gilt vor allem bei gruppenübergreifenden und altersgemischten Projekten. In den älteren Gruppen haben die Kinder die Möglichkeit ihre Projekte selbst zu organisieren. Sie versuchen diese eigenverantwortlich, selbstbestimmt und kompetent umzusetzen. Dabei erfahren sie physische und psychische Grenzen. Projekte sind sehr lernintensive Wegstrecken. Die Kinder können hier strukturierte Vorgehensweisen erlernen, die sich von der eigenen Idee bis zur erfolgreichen Präsentation der Projektergebnisse erstrecken.

 

4.4.   Mitwirkung der Kinder

 

Großen Wert legen wir darauf, dass die Kinder aktiv ihren Alltag mitgestalten. Dies wird bereits im situativen Handlungsansatz deutlich. Dies bedeutet, dass Alltagssituationen der Kinder, die sich in vielen Bildungsbereichen für Lernprozesse eignen, ganz bewusst und gezielt aufgegriffen werden und  im pädagogischen Wirken der Erzieherinnen Berücksichtigung  finden. Insofern fließen die Erlebnisse, Erkenntnisse und Erzählungen der Kinder in die alltägliche Gestaltung der pädagogischen Praxis mit ein.

Jedes Kind soll entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten am Gelingen der Projekte teilhaben. Auch die Regeln in den einzelnen Gruppen werden gemeinsam erarbeitet, festgeschrieben und auf die Einhaltung durch die Kinder selbst geachtet. Bei Verletzungen der aufgestellten Regeln beraten die Kinder gemeinsam über die Konsequenzen.

  • Schülerparlament
  • Klassenrat
  • Essenkommission

Qualitätsstandards und Evaluation

Die Sicherung eines hohen Qualitätsniveaus der pädagogischen Betreuung und Erziehung liegt uns besonders am Herzen. Eine klare Fokussierung auf die Kinder und ihre Bedürfnisse und Interessen sowie der Förderung stellt dabei einen besonderen Schwerpunkt dar.

Wir achten auf:

  • Konsequenz und Verlässlichkeit
  • ein kontinuierliches und pädagogisches Wirken
  • Kooperation mit den LehrerInnen (wöchentliche Koordinierungsstunde)
  • gemeinsames Feiern von Festen
  • Durchführung unterschiedlicher Projekte
  • abwechslungsreiche Ferienangebote
  • Kooperationen
  • Einbeziehung der Eltern

Evaluation:

Für jeweils zwei Jahre werden zwei Schwerpunkte in den Vordergrund gerückt. Diese werden dann evaluiert und die daraus resultierenden Ergebnisse dem Ganztagskonzept angepasst.

Elternarbeit und Kooperationen

Der OGB arbeitet mit den Eltern zum Wohle und zur Förderung der Kinder zusammen.

Dabei sind gegenseitiges Vertrauen und Respekt eine gute Basis.

Bei Bedarf werden Elternversammlungen zu bestimmten Themen und weitere Gespräche zwischen Erzieherinnen und Eltern angeboten. Bei einigen Festen unterstützen uns Eltern durch die Übernahme organisatorischer Aufgaben oder durch aktive Mithilfe.

Auch die Kooperation mit außerschulischen Partnern ist uns wichtig. So arbeiten wir mit den  Grundschulen unserer Region besonders in den Ferien zusammen. Die Angebote der umliegenden sozialen Einrichtungen nehmen wir gerne in Anspruch.

Dazu gehören die Puschkinoberschule, die Bibliothek, die Jugendverkehrsschule, die Kultschule, die Naturschutzstation und viele Andere. Einen regelmäßigen Kontakt pflegen wir zu einem Seniorendomizil.

Schlussbemerkungen

Die Arbeit im OGB ist ein dynamischer Prozess. Wir richten unseren Blick auf die Kinder. Sie setzen sich kritisch mit dem Leben auseinander und lassen die Ergebnisse dieser Erfahrungen in den Alltag einfließen. Wir helfen ihnen dabei, das Erlernte zu erkennen und umzusetzen.

Die zuverlässige Begleitung der Kinder in ihrer Entwicklung ist eine wichtige Aufgabe für uns Erzieher. Dies bezieht sich auf die sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung, wie auch auf die kindlichen Erkundungsprozesse in unterschiedlichen Sachgebieten. Kleine Dinge des Lebens sind wichtig für die Kinder, genauso wie große Projekte. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind  oftmals nach Außen kaum sichtbar, sie sind aber für die Entwicklung der Kinder im sozialen Gefüge von nachhaltiger Bedeutung.

Insofern stellt diese Konzeption einen Wegweiser für unser aktuelles pädagogisches Wirken dar. Unsere pädagogische Arbeit muss sich ändern, wenn sich die Lebensverhältnisse von Kindern ändern.

Um unseren Anspruch umzusetzen, ist eine gute Zusammenarbeit der Kolleginnen untereinander unabdingbar. Dazu nutzen wir unsere wöchentlichen Dienstberatungen. Hier werden inhaltliche und organisatorische Dinge besprochen. Besonders wichtig ist uns ein einheitliches und konsequentes Handeln, sowie die gegenseitige Hilfe.